Dr. Raül Garcia Diez auf internationaler Synchrotronkonferenz mit Posterpreis ausgezeichnet

Verleihung des Posterpreises an Raül Garcia Diez.

Verleihung des Posterpreises an Raül Garcia Diez. © SRI 2018

HZB-Forscher stellt einzigartige operando-Charakterisierungsmethode vor

Der HZB-Physiker Raül Garcia Diez ist auf der internationalen Konferenz „Synchrotron Radiation Instrumentation 2018“ (SRI 2018) in Taiwan mit einem Posterpreis ausgezeichnet worden. Darin stellte er vor, wie das HZB-Team mit weicher Röntgenstrahlung von BESSY II die Reaktionen in Elektrokatalysatoren „operando“ - also während des Betriebs - beobachten will.

Um katalytische Reaktionen in Materialien zu untersuchen und Einblicke in die chemischen Prozesse zu erhalten, sind „operando“-Analysen unentbehrlich. Dadurch können die Forschenden unter anderem die Mechanismen aufklären, die die Leistung und Stabilität von Elektrokatalysatoren begrenzen. Solche „operando“-Charakterisierungstechniken für Katalysatoren und Materialien in Flüssigkeiten müssen – insbesondere für den Weichröntgenbereich – jedoch oft erst entwickelt werden.

„Operando“-Untersuchungen in einem weiten Energiebereich

Dr. Raül Garcia Diez forscht in der Nachwuchsgruppe von Dr.-Ing. Marcus Bär, die diesen experimentellen Aufbau im EMIL-Labor entwickelt. Dazu gehören ein spezielles Röntgenspektrometer (HiTS: „High transmission soft x-ray emission spectrometer“) und geeignete Durchflusszellen. Die besondere Röntgenoptik des HiTS Spektrometers macht Materialuntersuchungen in einem extrem weiten Energiebereich (von 50 bis 2.000 eV) möglich.

„Unser Aufbau setzt neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Spektroskopie mit weicher Röntgenstrahlung. Ich freue mich, dass ich auf der Konferenz über die Fortschritte beim Aufbau der EMIL Infrastruktur berichten durfte. Der Posterpreis ist eine Anerkennung für unsere Arbeit“, sagt Raül Garcia Diez.

Die „International Conference on Synchrotron Radiation Instrumentation“ findet alle drei Jahre statt. Mit ca. 800 Teilnehmenden ist sie die größte Konferenz auf diesem Gebiet; nahezu alle Synchrotron-Einrichtungen der Welt waren auf der diesjährigen Konferenz mit Präsentationen vertreten.

(sz)

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Katalyseforschung mit dem Röntgenmikroskop an BESSY II
    Science Highlight
    27.03.2025
    Katalyseforschung mit dem Röntgenmikroskop an BESSY II
    Anders als in der Schule gelernt, verändern sich manche Katalysatoren doch während der Reaktion: So zum Beispiel können bestimmte Elektrokatalysatoren ihre Struktur und Zusammensetzung während der Reaktion verändern, wenn ein elektrisches Feld anliegt. An der Berliner Röntgenquelle BESSY II gibt es mit dem Röntgenmikroskop TXM ein weltweit einzigartiges Instrument, um solche Veränderungen im Detail zu untersuchen. Die Ergebnisse helfen bei der Entwicklung von innovativen Katalysatoren für die unterschiedlichsten Anwendungen. Ein Beispiel wurde neulich in Nature Materials publiziert. Dabei ging es um die Synthese von Ammoniak aus Abfallnitraten.
  • BESSY II: Magnetische „Mikroblüten“ verstärken Magnetfelder im Zentrum
    Science Highlight
    25.03.2025
    BESSY II: Magnetische „Mikroblüten“ verstärken Magnetfelder im Zentrum
    Eine blütenförmige Struktur aus einer Nickel-Eisen-Legierung, die nur wenige Mikrometer misst, kann Magnetfelder lokal verstärken. Der Effekt lässt sich durch die Geometrie und Anzahl der „Blütenblätter“ steuern. Das magnetische Metamaterial wurde von der Gruppe um Dr. Anna Palau am Institut de Ciencia de Materials de Barcelona (ICMAB) mit Partnern aus dem CHIST-ERA MetaMagIC-Projekts entwickelt und nun an BESSY II in Zusammenarbeit mit Dr. Sergio Valencia untersucht. Die Mikroblüten ermöglichen vielfältige Anwendungen: Sie können die Empfindlichkeit magnetischer Sensoren erhöhen, die Energie für die Erzeugung lokaler Magnetfelder reduzieren, und am PEEM-Messplatz an BESSY II die Messung von Proben unter deutlich höheren Magnetfeldern ermöglichen.
  • Innovative Batterie-Elektrode aus Zinn-Schaum
    Science Highlight
    24.02.2025
    Innovative Batterie-Elektrode aus Zinn-Schaum
    Metallbasierte Elektroden in Lithium-Ionen-Akkus versprechen deutlich höhere Kapazitäten als konventionelle Graphit-Elektroden. Leider degradieren sie aufgrund von mechanischen Beanspruchungen während der Lade- und Entladezyklen. Nun zeigt ein Team am HZB, dass ein hochporöser Schaum aus Zinn den mechanischen Stress während der Ladezyklen deutlich besser abfedern kann. Das macht Zinn-Schäume als potentielles Material für Lithium-Batterien interessant.