Freigeist-Fellowship für Tristan Petit

Dr. Tristan Petit wird mit der Freigeist-Fellowship seine Forschung an Nanokohlenstoffmaterialien vertiefen.

Dr. Tristan Petit wird mit der Freigeist-Fellowship seine Forschung an Nanokohlenstoffmaterialien vertiefen. © HZB

Für sein Projekt zu Nanodiamantmaterialien und Nanokohlenstoffen hat Dr. Tristan Petit eine Freigeist-Fellowship bei der VolkswagenSiftung erhalten. Die Förderung ist auf fünf Jahre ausgelegt und ermöglicht ihm den Aufbau eines eigenen Teams. Die VolkswagenStiftung fördert mit den Freigeist-Fellowships exzellente Postdocs mit originellen Forschungsvorhaben, die über die Grenzen ihres eigenen Fachs hinausblicken.

Dr. Tristan Petit kam 2013 nach seiner Promotion mit einem Postdoktoranden-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an das HZB ins Team von Emad Aziz. Bereits in seiner Doktorarbeit am Diamond Sensors Laboratory (CEA), Gif sur Yvette, Frankreich, hatte er Oberflächenmodifikationen von Nanodiamanten untersucht, um ihr Potenzial für biomedizinische Anwendungen auszuloten. Seitdem hat Tristan Petit seine Forschungsinteressen verbreitert. Denn Nanodiamantmaterialien können auch katalytische Wirkung entfalten, insbesondere unter Bestrahlung mit Sonnenlicht. Eine Vision ist es, synthetische Nanodiamantmaterialien zu entwickeln, um mit Sonnenlicht und Kohlendioxid solare Brennstoffe wie Methan zu produzieren und damit Solarenergie chemisch zu speichern. An diesem Projekt arbeiten Aziz und Petit nun im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts DIACAT.

Als Freigeist-Fellow wird Tristan Petit untersuchen, wie Nanokohlenstoffmaterialien in wässriger Lösung mit ihrer Umgebung wechselwirken. Diese Wechselwirkungen sind bisher kaum erforscht, sind aber essentiell, um neue Anwendungen zu erschließen und Risiken besser abschätzen zu können.

Dabei ist es experimentell sehr schwierig, Nanokohlenstoffmaterialien in wässriger Lösung zu untersuchen: Für die Spektroskopie mit Röntgenlicht, die Auskunft über die elektro- und photochemischen Prozesse geben kann, greift Tristan Petit daher auf spezielle Versuchsaufbauten wie das LiXEdrom an BESSY II zu, die eigens dafür am HZB entwickelt wurden. Mit Infrarotspektroskopie will er die Konfiguration der Wassermoleküle ermitteln, die die Nanopartikel umgeben. Petit plant auch zeitaufgelöste, laserbasierte Pump-Probe-Messungen, um ultrakurze elektronische Prozesse in den Nanopartikeln zu beobachten. Diese Methoden haben sich bereits an Nanokohlenstoff-Festkörperproben bewährt, ihre Anwendung für die Untersuchung von Nanokohlenstoffen in Flüssigkeiten ist jedoch neu.

„Die Freigeist-Fellowship ermöglicht mir, diese Fragen gründlich zu untersuchen. Wenn wir die komplexen Wechselwirkungen zwischen Nanokohlenstoffpartikeln in wässriger Umgebung besser verstehen, können wir  eine neue Generation von Kohlenstoff-basierten Nanomaterialien für unterschiedliche Anwendungen entwickeln, von der Photokatalyse solarer Brennstoffe bis hin Einsatzmöglichkeiten in der Medizin“, sagt Tristan Petit. Mit der Freigeist-Fellowship ist für Tristan Petit eine Förderung von 805.000 Euro verbunden, davon sind 375.000 Euro Eigenmittel des HZB, 430.000 Euro stellt die VolkswagenStiftung.

Im Team von Emad Aziz sind damit nun zwei Freigeist-Fellows. Denn auch Dr. Annika Bande, die im letzten Jahr eine Freigeist-Fellowship erhielt, arbeitet seitdem am HZB-Institut für Methoden der Materialentwicklung, das Aziz leitet.


Weitere Informationen zu den Freigeist-Fellowships: www.volkswagenstiftung.de/freigeist-fellowships.


arö

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Magnetische Bildgebung: Mikroblumen verstärken das lokale Magnetfeld
    Science Highlight
    06.07.2026
    Magnetische Bildgebung: Mikroblumen verstärken das lokale Magnetfeld
    Materialien mit magnetischen Nanostrukturen bieten viele Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise in der Spintronik. Um solche Materialien zu untersuchen, sind magnetisch empfindliche Bildgebungsverfahren im Nanobereich geeignet, bisher konnten während des Bildgebung jedoch nur schwache Magnetfelder angelegt werden. Nun hat eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Sergio Valencia vom HZB einen Ansatz entwickelt, der diese Einschränkung überwindet. Das Team entwarf winzige Magnetflusskonzentratoren (MFCs). Die Geometrie der MFCs ähnelt einer Blume und fokussiert das angelegte Magnetfeld auf das Zentrum, in dem die Probe sitzt. Die „Mikroblumen“, die das Magnetfeld lokal verstärken, können in vielen nanometrischen magnetischen Mikroskopieverfahren eingesetzt werden.
  • CIGS-Perowskit-Tandemzelle erreicht Rekordwirkungsgrad von 25,5 %
    Nachricht
    30.06.2026
    CIGS-Perowskit-Tandemzelle erreicht Rekordwirkungsgrad von 25,5 %
    Ein Berliner Team aus Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und Center for the Science of Materials Berlin (CSMB) an der Humboldt-Universität zu Berlin hat einen neuen Rekord für eine Tandemsolarzelle aufgestellt. Durch die Kombination einer CIGS-Halbleiterschicht mit Perowskit gelang es ihnen, 25,5 % des Sonnenlichts in elektrische Energie umzuwandeln. Der bisherige Rekord für diese Materialkombination und diese Zellgröße lag bei 24,6 %. Der neue Rekord wurde zertifiziert und ist in den Solar Cell Efficiency Tables (den „Green Tables“) zu finden, die als Nachschlagewerk für die weltweite Photovoltaik-Gemeinschaft gelten.
  • Unordnung erzeugt neue Eigenschaften in Verbindungshalbleitern
    Science Highlight
    29.06.2026
    Unordnung erzeugt neue Eigenschaften in Verbindungshalbleitern
    Ein internationales Forschungsteam hat gezeigt, dass intrinsische Unordnung im Verbindungshalbleiter CuInSnS₄ genutzt werden kann, um dessen optische Eigenschaften zu beeinflussen. Optische Anregungen (Exzitonen) reagieren empfindlich auf die lokale Anordnung der Atome. Dabei zeigen sie überraschenderweise eine richtungsabhängige Reaktion, obwohl die durchschnittliche Kristallstruktur kubisch ist. Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf den Zusammenhang zwischen Unordnung und Materialeigenschaften und eröffnen neue Möglichkeiten für ein gezieltes „Unordnungs-Engineering“ in optoelektronischen und photokatalytischen Bauelementen.