01.01.2016

Helmholtz-Zentrum Berlin stärkt Forschung zu Solaren Brennstoffen: Kathrin Aziz-Lange startet mit ihrer neuen Helmholtz-Nachwuchsgruppe

Dr. Kathrin Aziz-Lange
Foto: HZB / B. Schurian 

Dr. Kathrin Maria Aziz-Lange baut seit Jahresbeginn eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe zum Thema Solare Brennstoffe am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) auf. Über einen Zeitraum von fünf Jahren erhält sie eine jährliche Förderung in Höhe von 250.000 Euro, die zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft und zur anderen Hälfte durch das HZB finanziert wird. Die Gruppe untersucht Materialsysteme, die mit Sonnenlicht Wasser spalten und so die flüchtige Solarenergie chemisch im Brennstoff Wasserstoff speichern können.

Aus 250 internationalen Bewerbungen wählte die Helmholtz-Gemeinschaft Ende Oktober insgesamt 17  Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus, die ihre eigenen Forschungsgruppen an Helmholtz-Zentren aufbauen können.

„Wir freuen uns, dass Kathrin Aziz-Lange in dem strengen Auswahlverfahren die Jury von ihrem Forschungsvorhaben überzeugt hat, und dass sie nun am HZB die Forschung zu Solaren Brennstoffen verstärken wird“, sagt Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, die wissenschaftliche Geschäftsführerin der HZB.

Kathrin Aziz-Lange beschäftigt sich insbesondere mit der Rolle von Fehlstellen in der Struktur neuartiger Materialsysteme. Diese können sowohl zu gewünschten als auch zu unerwünschten Eigenschaften führen. Sie will daher die Entstehung von Fehlstellen in Katalysatoren und lichtabsorbierenden Materialien beobachten. „In operando“ wird sie untersuchen, wie sich Fehlstellen in diesen Materialsystemen im Kontakt mit Elektrolyt-Flüssigkeiten, unter elektrischer Spannung und bei Bestrahlung mit Licht verhalten. Dafür kann sie auf das vielseitige Arsenal an spektroskopischen Methoden zugreifen, das an BESSY II, EMIL@BESSYII und im Berlin Joint Lab for Electrochemical Interfaces (BelChem) mit den Partnern aus der Max-Planck-Gesellschaft und der Technischen Universität Darmstadt verfügbar ist.

Darüber hinaus stärkt das Programm die Vernetzung von Helmholtz-Zentren und Universitäten. So ist Kathrin Aziz-Lange an der Universität Bielefeld tätig und qualifiziert sich damit auch für eine Universitätskarriere.

Förderinstrument: Helmholtz-Nachwuchsgruppen

Das Förderprogramm für die Helmholtz-Nachwuchsgruppen richtet sich an hoch qualifizierte Nachwuchskräfte, deren Promotion zwei bis sechs Jahre zurückliegt. Nach rund vier Jahren werden alle Gruppen einer Zwischenevaluation unterzogen. Fällt diese sehr positiv aus, erhalten die Gruppenleiterinnen oder Gruppenleiter in der Regel eine langfristige Perspektive am Zentrum.

Die Kosten werden zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft gedeckt. Die andere Hälfte steuern die Helmholtz-Zentren bei. Damit können die Nachwuchsgruppenleiter neben ihrer eigenen Stelle in der Regel drei bis vier Mitarbeiter sowie Konferenzreisen und Teile ihrer Ausstattung finanzieren.

Weitere Informationen:
www.helmholtz.de/nachwuchsgruppen

arö