Synchrotronlichtquellen - Quellen für bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse

Elektronenspeicherringe wie BESSY II haben als Quellen von Synchrotronstrahlung in den unterschiedlichsten Disziplinen – von der Festkörperphysik über die Biochemie und die Materialwissenschaften bis hin zu Archäometrie und Zoologie – neue Wege der Erkenntnis aufgezeigt, die für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung sind.

Prominentes Beispiel ist die Lösung grundlegender Fragestellungen zur Struktur von Ribosomen, also den Zellbestandteilen, die den Code der DNA in Proteine umsetzen, sowie zum Ablauf der Katalyse und zur Struktur magnetischer Materialien. Die Durchbrüche auf diesen Gebieten wurden alle kürzlich mit dem Nobelpreis geehrt (Yonath, Ertl, Grünberg). Im Falle der Ribosomen war die Forschung nur an Synchrotronlichtquellen möglich, ebenso profitieren auch die Folgearbeiten zur Katalyse und magnetischen Materialien massiv von diesen Großgeräten. Ähnliches trifft für viele andere Bereiche der Grundlagenforschung zu. Das Potenzial der Synchrotronstrahlung nutzen in Deutschland mehr als 3000 Wissenschaftler, die an den Elektronenspeicherringen PETRA III, DORIS, ANKA und BESSY II forschen. Sämtliche Industriestaaten betreiben nationale Lichtquellen, die einer in die Zehntausende gehenden Nutzerschaft an Universitäten, außeruniversitären Instituten und in der Industrie dienen.

Abb.: Künstliche Antikörperfragmente (Fabs),  die dem natürlichen Immunsystem nachempfunden sind,  gehören zu einer neuen Generation von Medikamenten und Diagnosewerkzeugen zur Erkennung von Krebszellen. Die Kristallstruktur wurde von Dr. Roman Hillig, Bayer Schering Pharma AG beim HZB, BESSY-II, BL14.1 bestimmt.