Kunst und Kultur

Mit Neutronen und Photonen lassen sich historische Objekte überaus schonend und absolut zerstörungsfrei untersuchen. Immer öfter kommen daher Kunsthistoriker oder Archäologen an das HZB. Hier lassen sie Bilder antiker Meister auf Echtheit prüfen oder bringen wertvolle Schriften mit, wie die des Archimedes oder die Qumran-Rollen, die zu den ältesten bekannten Aufzeichnungen der Bibel zählen. Andere bringen Teile versunkener Schiffe oder Kultgegenstände wie die Himmelsscheibe von Nebra oder den Berliner Goldhut, ein Artefakt aus der Bronzezeit, der vermutlich ein Kalender war. Damit die oft einzigartigen und sehr wertvollen Objekte nicht beschädigt oder gar entwendet werden, verfügt das HZB über klimatisierte Untersuchungsräume sowie über Tresore für die Lagerung. 

Von historischem Schmuck und Dinosauriern

In der Regel stehen Fragen der Entstehung, Herkunft, Echtheit sowie Aspekte der Konservierung im Vordergrund. Physiker können mit Neutronen metallische Werkstoffe untersuchen sowie verborgene Farbschichten auf Bildern oder das Innenleben von archäologischen Schätzen zum Vorschein bringen. Mit Synchrotronlicht lässt sich die chemische Zusammensetzung von Gemälden oder Kunstgegenständen genauestens analysieren. Beispielsweise wurde das Licht von BESSY II genutzt, um den „Schmuck der Kaiserinnen“ aus dem 11. Jahrhundert zu untersuchen, auch bekannt als Gisela Schmuck. Mit Neutronen haben Forscher vom Berliner Museum für Naturkunde einen 270 Millionen Jahre alten Dinosaurierschädel durchleuchtet, um Informationen über das Hörsystem der urzeitlichen Organismen zu bekommen. 


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