02.12.2016

Erstes Thermoelektrik-Kolloquium am HZB brachte Expertinnen und Experten zusammen

Am 24. November 2016 lud das HZB zum ersten HZB-Thermoelektrik-Kolloquium ein. Im Mittelpunkt standen Fachvorträge von international bekannten Forscherinnen und Forschern zur Entwicklung und Charakterisierung neuartiger thermoelektrischer Materialien. Darüber hinaus diskutierten die Forschenden über Materialeigenschaften, die für die Anwendung in thermoelektrischen Generatoren wichtig sind. Mehr als 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nahmen an der Veranstaltung teil.

Die Nutzung thermoelektrischer Materialien hat großes Potential für die Entwicklung neuer energieeffizienter und ressourcenschonender Technologien. Bislang geht beispielsweise bei der Stromerzeugung oder in Verbrennungsmotoren entstehende Abwärme häufig ungenutzt verloren, die man jedoch mithilfe von Thermoelektrika nutzen könnte. Mit dem Begriff „Thermoelektrika“ bezeichnen Materialforscherinnen und -forscher spezielle Halbleitermaterialien, die Wärme effizient in Strom umwandeln können. Doch die Herausforderungen sind groß: Die Wirkungsgrade sind noch sehr gering, weswegen Thermoelektrika bisher kaum verbreitet sind.

„Besonders gefreut haben wir uns über die positive Resonanz und die hohe Teilnehmerzahl, angesichts der Tatsache, dass dies das erste Thermoelektrik-Kolloquium am HZB war und es in diesem Jahr in der TE-Community bereits eine Vielzahl von Veranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene gab. Zusätzlich haben die Gespräche mit Teilnehmern gezeigt, dass die noch recht junge Thermoelektrik-Forschung am HZB in der Community zunehmend als interessant und relevant wahrgenommen wird“, sagte die Organisatorin des Kolloquiums, Dr. Katharina Fritsch aus der HZB-Abteilung „Methoden zur Charakterisierung von Transportphänomenen in Energiematerialien“.

Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten im HZB-Thermoelektrika-Kolloquium ihre theoretischen und experimentellen Forschungserfolge vor. Unter anderem berichtete Prof. Dr. Georg Madsen vom Institut für Materialchemie der Technischen Universität Wien über die computergestützte Vorhersage neuer Halb-Heusler-Verbindungen mittels ab-initio Methoden und deren Optimierung. Der Vortrag von Dr. Johannes de Boor vom Institut für Werkstoff-Forschung des DLR Köln widmete sich der Entwicklung und Charakterisierung von neuartigen Magnesiumsilizid-basierten Thermoelektrika. Dr. Klaus Habicht vom HZB stellte Ergebnisse vor, die er mit seinem Team mithilfe von mikroskopischen Sonden an Skutteruditen (Mineralien aus der Klasse Cobalt-Antimonide) und an mesoporösem Silizium erzielte.

In der anschließenden Postersession tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über neueste Resultate und Trends in der Thermoelektrik-Forschung aus. 

Das Thermoelektrika-Kolloquium soll als regelmäßige Veranstaltungsreihe am HZB etabliert werden.


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(red.)