Was erwartet die Patienten?

Nähere Informationen zu:


Tantalplättchen für die Tumormarkierung. Mit einem
Durchmesser von nur 2½ Millimetern sind sie ein ideales
Hilfsmittel in der Augenheilkunde.



Kernspinaufnahme des Auges. Für eine genaue Abbildung
der Augenstrukturen und des Tumors werden computertomo-
graphische und Kernspinuntersuchungen eingesetzt. Die Charité
setzt mit der bilddatenbasierten Bestrahlungsplanung den weltweit
höchsten Standard in der Augentumortherapie.



Maskenfertigung. Im Beisein des Patienten werden die
Lagerungshilfen in Handarbeit angefertigt. Die fertige Maske
verbleibt am HZB und wird an den Bestrahlungstagen immer wieder
aufgesetzt.

Hierbei werden u.a. die aus den tomographischen Untersuchungen gewonnenen Bilddatensätze verwendet, so wie dies auch in der konventionellen Bestrahlungsplanung üblich ist. Aus diesen Bilddatensätzen werden das erkrankte Auge, der darin befindliche Tumor sowie die aufgenähten Markierungsplättchen präzise rekonstruiert. Die gesamte Rekonstruktion wird dann im Planungsprogramm als dreidimensionales Computermodell gespeichert und grafisch veranschaulicht, woraus sich leicht die räumlichen Beziehungen zwischen den Einzelstrukturen ersehen und mit den klinischen Vorgaben vergleichen lassen können. Am Computermodell kann die Bestrahlung virtuell simuliert und ein optimaler Einstrahlwinkel für die geplante Protonentherapie ausgerechnet werden, unter dem die strahlenempfindlichen Bereiche im Auge bestmöglich geschont werden können.

Zwecks Anpassung geeigneter Lagerungshilfen und zur realen Simulation der Bestrahlungssituation wird der Patient an zwei aufeinander folgenden Tagen auf seine Behandlung am HZB vorbereitet. Die Vorbereitung und die spätere Bestrahlung erfolgen ambulant. In einer Generalprobe wird der Patient dabei mit den typischen und stets wiederkehrenden Abläufen vertraut gemacht, wodurch es vielen bereits gelingt, ihre anfängliche Scheu vor dem zunächst ungewohnten Umfeld abzulegen.

Am ersten Vorbereitungstag am HZB fertigen die Mitarbeiter der Charité für den Patienten eine Gesichtsmaske und einen Gebissabdruck auf einem Beißblock an, die als Lagerungshilfen an den Behandlungsstuhl im Bestrahlungsraum montiert werden. Beides hilft dem Patienten, seinen Kopf ruhig zu stellen, während er auf dem Behandlungsstuhl sitzt. Der Stuhl kann in Schritten von einem Zehntelmillimeter entlang der drei Raumachsen verfahren und zusätzlich um zwei Rotationsachsen gedreht werden. So wird der Patient in die spätere Behandlungsposition gebracht.

Da die Augen des Patienten beweglich bleiben, wird zur Ruhigstellung eine Blickrichtung über ein Fixierlicht vorgeben. Hierzu wird der Patient zunächst auf dem Stuhl vorpositioniert. Während er seinen Blick auf das Fixierlicht richtet, erfassen verschiedene Kameras das Bild des erkrankten Auges in starker Vergrößerung, so dass schon kleinste Bewegungen auf speziellen Augenmonitoren erkannt werden können. Bei der voreingestellten Position werden dann digitale Röntgenaufnahmen unter verschiedenen Blickrichtungen angefertigt. Auf den Röntgenbildern werden die Markierungsplättchen sichtbar, anhand derer sich direkt am Behandlungsplatz die Augenstellung bestimmen und später wie gewünscht regulieren lässt. Der Vorteil der röntgengesteuerten Positionierung liegt in der objektiven Kontrolle der Augenstellung unmittelbar vor der Bestrahlung. Selbst in Fällen eines verschlechterten Sehvermögens oder „schiefer“ Blickrichtung, etwa bei schielenden Patienten, kann das erkrankte Auge ggf. unter Zuhilfenahme des gesunden Auges immer noch korrekt und reproduzierbar für die Therapie positioniert werden.

Die „Belastung“ durch die Röntgenaufnahmen ist durch deren Beschränkung auf das Auge und die mit ihnen verbundene, extrem geringe Röntgendosis von weniger als einem Hundertstel der durchschnittlichen Dosis bei einer computertomographischen Aufnahme verschwindend klein. Nach etwa einer Dreiviertelstunde hat der Patient seine Aufgabe für diesen Tag erfüllt.



Plankontrolle. In einer Generalprobe wird der Patient vor dem dem Strahlrohr so positioniert, wie dies in den folgenden Tagen für die Bestrahlung gemacht wird.
 

Die Lage bzw. Blickrichtung des Patienten wird so lange korrigiert, bis eine zufrieden stellende Übereinstimmung zwischen den Positionen der Markierungsplättchen auf dem Röntgenbild mit den vom Bestrahlungsplan vorgegebenen Sollpositionen besteht.

Um ein Blinzeln während der Bestrahlung zu verhindern und die Augenlider aus dem Protonenstrahl heraushalten, setzen die MTRA dem Patienten jetzt Lidhalter ein. Sie geben Tränenersatzlösung und Betäubungstropfen ins Auge, damit der Patient die Lagerungsprozedur, die im Ganzen etwa eine halbe Stunde dauert, gut aushalten kann. Der eintreffende Strahl wird dann mit einem Lichtfeld simuliert. Zur Veranschaulichung des geplanten Strahlenfeldes auf dem Patientenauge kommt bereits ein Modell der Feldblende zum Einsatz, dessen Form mit der später anzufertigenden Messingblende identisch ist. Während der Simulation werden die Einstellwerte für den Behandlungsstuhl ermittelt. Außerdem stellt sich heraus, ob der Bestrahlungsplan noch angepasst werden muss. Am Schluss der Sitzung werden die Stuhlkoordinaten und weitere für die Patientenlagerung relevante Daten gespeichert, damit diese bei der ersten Bestrahlungssitzung sofort verfügbar sind und erneut eingestellt werden können.

Während der Plankontrolle ist ein Strahlentherapeut der Charité zugegen, der mit jedem Patienten Einzelgespräche über die anstehende Protonentherapie führt. Dabei wird auch der Bestrahlungsplan vorgestellt, nach dem die Protonentherapie durchgeführt wird. Der Arzt klärt über die zu erwartenden Heilungschancen und die möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Therapie in Ihrem speziellen Fall auf. Minderjährige und betreute Patienten werden gebeten, ihre nächsten Angehörigen bzw. ihren Betreuer zum Aufklärungsgespräch mitbringen.



Bestrahlungssitzungen. Während der Therapiewoche sind
alle Apparaturen zur Erzeugung, Führung, und Aufbereitung
des Protonenstrahls in Betrieb. Das schnell rotierende Modulatorrad
im Bild sorgt für die korrekte Dosisbelegung des Tumors je nach Form
und Gewebetiefe.



Abschlussgespräch und augenärztliche Nachsorgeuntersuchungen

Am letzten Bestrahlungstag führt der behandelnde Arzt ein Abschlussgespräch mit jedem Patienten, in dem der Behandlungserfolg bewertet sowie letzte organisatorische Belange geklärt werden. Ihre Aufenthalte in Berlin, die im Zusammenhang mit der Therapie notwendig gewesen sind, wird er gegenüber den Krankenkassen bescheinigen. Er bespricht dann auch die für Sie vorgesehenen Nachsorgeuntersuchungen, die sich an die nun beendete Protonentherapie in etwa halbjährlichen Abständen anschließen werden. Vom Arzt erhalten Sie noch am gleichen Tag einen Brief, in dem Ihre nächsten Termine in der Augenklinik vermerkt sind und der als Behandlungsnachweis für Ihre Unterlagen bestimmt ist.